Teilprojekt C

slc_15c

Grundfiguren der fotografischen Aneignung des filmischen Raums

Dieses Teilprojekt widemt sich unter der Prämisse einer aktuell in der Kunst gattungsübergreifend wirksamen kinematographischen Ästhetik der inszenierten Fotografie, in der ein solcher Rekurs auf Bildwelten des Films schon seit den 1970er Jahren festzustellen ist. Leitend ist die These, dass in der frühen, inszenatorisch-konzeptuellen Fotokunst eine historische Wurzel und bis heute ein paralleles Phänomen zu der gegenwärtig in zahlreichen Ausstellungen präsenten Kunstform der kinematographischen Installation zu sehen ist. In Auseinandersetzung mit dem bis in die 1960er Jahre vorherrschenden antitheatralen Paradigma in der Kunst konnte hier, begünstigt durch die Verwendung von Fotografie, Film und Video zur Dokumentation der neuen performativen Praktiken, zuerst eine inszenatorische, cinematisch-effektvolle Illusionsästhetik wieder Fuß fassen. Die strukturelle wie genealogische Verwandtschaft der beiden künstlerischen Gattungen und damit die schrittweise Hinwendung der Kunst zum Kino lassen sich an der Frage des Raums grundlegend erläutern: Der filmische Raum, der im Spannungsverhältnis von On- und Offscreen als ein dem Realraum nachgebildetes, handlungstragendes Kontinuum wirksam, und gleichzeitig ästhetisch autonomes Konstrukt ist, zeigt sich vielfältig mit dem kinematographischen Dispositiv verflochten. Er lässt sich mit aktuellen kunstwissenschaftlichen Forschungen zum Raum als Kategorie einer immersiven Wirkungsästhetik im Zuge einer Entgrenzung des Bildes fruchtbar in Beziehung setzen, die für die Installationskunst ebenso wie für die illusionistisch cinematische Fotografie Gültigkeit besitzt. Schließlich greift die Fotografie ihrerseits in Form von seriellen Präsentationen, Dia-Projektionen und transluzenten Leuchtkästen in den Realraum aus und hat damit auf ihre Weise installative Settings antizipiert.